Problematische Förderpolitik

veröffentlicht am 18. Jul, 2012 by in News

Dass die Branche der Altenpflege eine schwere Zeit erlebt, ist ohne Zweifel bestätigt. Die Überlastung der Pfleger im Seniorenheim ist dem Mangel an Pflegepersonal geschuldet. Dass man dieses Problem angehen muss, ist ebenfalls klar. Die Frage ist, wie man das Problem angeht. Einen problematischen Weg schlägt die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen ein. Der richtige Ansatz, die Ausbildungsplätze zu fördern und mit finanziellen Mitteln zu unterstützen, wird auf einem bedenklichen Weg beschritten. Die Gelder, die für die Ausbildungsförderung nötig sind, werden von den Pflegeeinrichtungen gezahlt. Ab Juli 2012 zahlen die Anbieter von Dienstleistungen im Bereich der Pflege eine Ausbildungsumlage in einen Fonds. Das Geld daraus wird für die Finanzierung der Förderung verwendet.

Der Knackpunkt an dieser Vorgehensweise ist, dass in diesem Fall jedes einzelne Seniorenheim zusätzlich finanziell belastet wird. Für diese gibt es nun zwei Möglichkeiten, das zusätzlich nötige Geld aufzutreiben. Entweder die Preise für die Unterbringung im Seniorenheim steigen. Das würde zu einem Rückgang der Nachfrage nach stationärer 24 Stunden Pflege führen. Somit würde nicht mehr so viel Personal zur Pflege nötig sein und mehr Senioren müssten auf eine Alternative zum Altersheim zurückgreifen. Eine Möglichkeit dabei ist die 24 Stunden Altenpflege Zuhause.

Die andere Variante, wie ein Seniorenheim die nötigen Gelder für den Fonds auftreibt, ist die Kürzung von Gehältern für das Pflegepersonal. Das hätte zur Folge, dass der ohnehin nicht sehr beliebte Beruf des Altenpflegers weiter an Attraktivität verliert und, im schlimmsten Fall, keine Nachfrage nach geförderten Ausbildungsplätzen besteht.

Egal welchen Weg die Einrichtungen für Pflege einschlagen, der Benachteiligte sind sie selbst. Ein Gewinner der Förderpolitik könnte die Alternative zum Seniorenheim, die 24 Stunden Altenpflege Zuhause, sein. Durch die von vornherein niedrigeren Preise bei gleichen oder höheren Leistungen ist es möglich, dass viele der Senioren auf die Unterbringung im Seniorenheim verzichten und sich lieber in den eigenen vier Wänden pflegen lassen. Sicherlich wird diese Pflege sich auch verteuern, dennoch werden diese Preiserhöhungen einige der Senioren bzw. deren Angehörige zum Nachdenken anregen und eventuell ebenso zum Wechsel weg von der stationären Pflege führen.

Diese für die Seniorenheime in Nordrhein-Westfalen unangenehme Politik könnte im schlimmsten Fall zur Schließung einiger Einrichtungen führen, weil sich die Senioren die Unterbringung nicht mehr leisten können. Dieses Risiko scheinen die Verantwortlichen in Kauf zu nehmen. Fraglich ist jedoch, ob damit auch der gewünschte Erfolg in der Pflegebranche einstellt oder ob sie sich sogar gegenteilig entwickelt. Eine Verschärfung der aktuellen Situation könnte der Pflegebranche teuer zu stehen kommen.

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One Response to “Problematische Förderpolitik”

  1. silver account 21 Juli 2012 at 15:25 #

    Wenn das Alter oder andere Umstände dafür sorgen, dass man den Alltag unter bestehenden Bedingungen nicht mehr meistern kann, weil man beispielsweise die Treppen nicht mehr hinaufkommt, Probleme beim Duschen hat oder auf einen Rollstuhl angewiesen ist, der nicht mehr durch die vorhandenen Türen passt, muss man etwas ändern. Für viele ist es aber vor allem wichtig im eigenen Zuhause zu bleiben, da sie sich geistig noch zu fit für ein Altenheim fühlen oder schlichtweg an den eigenen vier Wänden hängen.


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