Altenpfleger bald als Studium?
veröffentlicht am 23. Jul, 2012 by Felix in News
Diesen Plan verfolgen die Mitglieder des Wissenschaftsrates. In Zukunft soll der Beruf des Krankenpflegers oder Altenpflegers als Studium zugänglich sein. Das Ziel dahinter ist so definiert, dass die Hochschulabsolventen nach ihrem Studium im Altersheim zusammen mit dem anderen Pflegepersonal hochqualifizierte Teams bilden. Die Frage, die sich natürlich stellt, ist die, ob von den Einrichtungen überhaupt Pflegepersonal benötigt wird, dass an Hochschulen ausgebildet wurde. Die Gefahr besteht, dass tausende von Studienplätzen geschaffen werden, aber im Endeffekt überhauptkeine Nachfrage für solches Personal vorhanden ist. Die Notwendigkeit sehen die Mitglieder des Wissenschaftsrates darin, dass der Beruf in der 24 Stunden Pflege künftig immer komplexer und fordernder wird. In der Schule ausgebildetes Personal sei dafür nicht mehr ausreichend. Ob man dieser These Glauben schenkt oder nicht, eines ist jedoch sicher:
Die Hochschulabsolventen müssen aufgrund der höheren Ausbildung und längeren Ausbildungsdauer natürlich besser vergütet werden. Das führt zu steigenden Kosten der Altersheime, was natürlich auf die Kosten für die Bewohner zurückfällt. Somit gibt es zukünftig immer weniger Senioren, die sich eine Unterbringung im Altersheim und die damit verbundene 24 Stunden Pflege leisten können. Sind keine Senioren mehr im Altersheim, benötigt man ebenso weniger Pflegepersonal. Ein weiterer, wichtiger Punkt bei diesem Konzept ist der der Hierarchie im Team. Lässt sich eine Pflegerin, die bereits 25 Jahre im Pflegeheim arbeitet so einfach einen Hochschulabsolventen, der noch keine 30 Jahre alt ist und weit besser verdient als sie, vor die Nase setzen? Zu den bereits genannten Überlegungen kommen diese, die die Hochschulen betreffen. Immerhin müssen mehrere tausend neue Studenten ausgebildet werden. Viele der Hochschulen haben heute schon Kapazitätsprobleme und können keine weiteren Studenten aufnehmen.
Es bleibt also zu klären, ob das Vorhaben, die Altenpfleger zukünftig in einer Hochschule auszubilden, die Probleme der Branche beseitigt oder weiter verschärft. Es könnte nämlich sein, dass viele Senioren nicht mehr in das Altersheim gehen, sondern eine 24 Stunden Pflege Zuhause bevorzugen. Diese weist geringere Kosten auf und die Pflegebedürftigen haben einen Pfleger, der sich nur um sie kümmert. Natürlich geht dies nicht für jede Pflegestufe. Ist diese zu hoch, wird eine stationäre 24 Stunden Altenpflege unabdinglich. Welche Variante die Betroffenen bei der Betreuung im Alter wählen, ist von vielen Komponenten abhängig. Aber nicht zuletzt spielen die Kosten eine Rolle. Ein Altersheim kann da selten mit der 24 Stunden Altenpflege Zuhause mithalten. Diese Alternative zum Altersheim wählen immer mehr Senioren, da sie bei der Betreuung im Alter auch nicht aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden wollen.
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