Knappes Personal macht Altenpflegeplätze rar

veröffentlicht am 09. Mai, 2012 by in News

Immer weniger Menschen suchen ihre berufliche Bestimmung in der Altenpflege. Das hat damit zu tun, dass der anstrengende Job in der Gesellschaft kaum Anerkennung findet und zudem relativ schlecht bezahlt wird. Darum fällt es den Pflegediensten immer schwerer gut qualifiziertes Personal zu finden. Deutschlandweit mangelt es an Pflegepersonal. Die Einrichtungen schaffen es kaum, sich ausreichend um die Pflegebedürftigen zu kümmern. Diese Tendenz scheint sich weiter zu verstärken. Heutzutage gibt es in Berlin schon 100.000 Pflegebedürftige. Diese Zahl soll sich bis zum Jahr 2030 um 70% erhöhen. Das ist nicht verwunderlich. Die Zahl der alten und pflegebedürftigen Menschen in Deutschland steigt aufgrund der immer besseren Medizinischen Versorgung stetig an. Das sorgt dafür, dass sich das Verhältnis zwischen jung und alt immer mehr in Richtung der Alten verschiebt.

Kommt es dazu, dass in einem Altersheim eine Stelle für Pflegepersonal frei wird, dauert es meist bis zu vier Monaten, bis die Stelle wieder besetzt ist. Mit der Abschaffung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes, verschärft sich dieser Umstand weiter, da die Zivildienstleistenden eine spürbare Entlastung für den Pflegedienst darstellten. Durch die langen Schul- und Studienzeiten können es sich kaum noch junge Männer leisten, ein freiwilliges, soziales Jahr einzulegen. Das zwingt die Unternehmen, die häusliche Pflege oder stationäre Pflege anbieten, sich andere Lösungen für das Problem auszudenken. Ein Lösungsweg sind Leasing- bzw. Honorarverträge. Eine andere Lösung ist Mund-zu-Mund-Propaganda. Dabei werden den Mitarbeitern des Pflegedienstes Prämien versprochen, sofern diese für einen neuen Mitarbeiter sorgen. Mancher Pflegedienst sah sich in der Vergangenheit gezwungen, angenommene Aufträge zur Pflege von Senioren an einen anderen Pflegedienst auszulagern. Vor einiger Zeit konnten die Lücken beim Pflegepersonal durch die Fachkräfte ausgeglichen werden, die durch die Reduzierung der Betten in Krankenhäusern frei wurden. Auch das ist heute nicht mehr möglich, da der Abbau in den Krankenhäusern weitgehend abgeschlossen ist. Bekommen die Pflegeeinrichtungen das Problem nicht selbst in den Griff, wird wohl oder übel der Staat einspringen müssen.

Würde man die Löhne für Pflegepersonal anheben, wird der Job zunehmend attraktiver, was zu mehr Auszubildenden in diesem Bereich führt. Jedoch führt dies ebenfalls zu steigenden Kosten für das Pflegeheim, welches die Löhne natürlich auf den Preis für einen Platz im Seniorenheim aufschlägt. Da aber gleichzeitig die Renten sinken und viele der heute noch Arbeitstätigen der Gefahr der Altersarmut ausgesetzt sind, können sich viele der pflegebedürftigen Senioren gar keinen Platz im Pflegeheim mehr leisten. Eine 24 Stunden Seniorenbetreuung kann in Zukunft also zum Luxusgut werden.

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One Response to “Knappes Personal macht Altenpflegeplätze rar”

  1. gold price 16 Mai 2012 at 14:39 #

    Überhaupt sind die Befragten der Allianz Umfrage realistisch, wenn man sie nach ihrer eigenen Versorgung im Fall einer Pflegebedürftigkeit fragt. Die „Last” der Pflege sehen sie dann auf mehrere Schultern verteilt: Professionelles Pflegepersonal (69%) und Partner oder Partnerin (66%) kümmern sich ihrer Ansicht nach gemeinsam mit den Kindern (58%) im Dreiklang um die pflegebedürftige Person.


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