Altenpflege zu Hause

veröffentlicht am 17. Apr, 2010 by in News

Die Alternative seinen Lebensabend nicht im Altenheim zu verbringen: Altenpflege zu Hause

Schon längst ist die Möglichkeit, seinen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause in der vertrauten Umgebung zu lassen, kein Einzelfall.

Viele Familien ermöglichen sich die Pflege der Angehörigen im eigenen zu Hause durch Pflegerinnen aus Osteuropa. Agenturen vermitteln den Kontakt, nicht immer ganz legal.

Rund 100.000 Pflegerinnen aus den EU-Beitrittsländern arbeiten schätzungsweise derzeit in deutschen Haushalten. Die 24 Stunden Betreuung setzt eine freie Kost und Logis bei der zu betreuenden Person voraus. Die monatlichen Kosten sind unterschiedlich und bewegen sich im Rahmen von 1200 bis 2500 Euro.

Der Gewinn für die älteren Menschen liegt dabei klar auf der Hand:

  • rund um die Uhr Betreuung im eigenen zu Hause
  • mehr Lebensqualität durch Altepflege zu Hause
  • ein Ansprechpartner steht immer zur Verfügung
  • es entsteht eine menschliche Nähe zu der Pflegerin
  • der Preis ist bezahlbar und würde über einen deutschen Pflegedienst nicht möglich sein

Doch die Vermittlung einer solchen „Kraft“ ist meist nicht ohne. Bei Stiftung Warentest wurden private Vermittlungsagenturen geprüft und einige dieser Unternehmen nahmen es nicht ganz so genau mit dem geltenden Recht. Andere wiederum legen großen Wert auf vollkommende rechtliche Transparenz und Legalität. Ja stimmt: Es geht auch LEGAL!

Für Familien in Deutschland ist es daher wichtig, sich ausreichend im Vorfeld zu informieren. Wer ohne weiteres selbst eine Pflegerin aus den EU-Beitrittsländern beschäftigt, macht sich strafbar. Die osteuropäischen Pflegerinnen dürfen in Deutschland nicht angestellt werden, da der deutsche Arbeitsmarkt derzeit noch gesperrt ist für Staatsbürger aus z.B. Polen, Slowakei oder Tschechei. Arbeiten die Pflegerinnen also in den Familien durch private Organisation, wird das in Deutschland als Schwarzarbeit deklariert. Direkte Arbeitsverträge mit ausländischen Helferinnen sind also illegal. Selbst, wenn die Pflegerin sich vorher beim deutschen Finanzamt meldet und sich als selbstständige Pflegerin anmeldet.

Achtung bei der Vermittlung einer selbständigen Pflegerin!!!

Nach rechtlicher Auffassung darf eine selbstständige Pflegerin (Einzelgewerbetreibende) nicht mit im Haushalt des Auftraggebers wohnen. Darin wird durch deutsche Behörden und Gerichte ein klares Indiz auf Scheinselbständigkeit gesehen! Hier wird ein Arbeitgeber- Arbeitnehmer- Verhältnis angenommen. Eine Anzeige, Verurteilung und dann auch Nachzahlung von den Sozialversicherungsbeiträgen ist dabei die Regel.

Der Ausweg: Dienstleistungsfreiheit (gemäß Art.39 EU Vertrag)

Unternehmen aus Osteuropa können ihre Dienstleistung nach dem EU-Recht in allen Ländern aus der EU anbieten. Diese Möglichkeit setzt die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen im Heimatland voraus. Dies wird durch eine Entsendebescheinigung (E-101) nachgewiesen.

Private Vermittlungsagenturen in Deutschland stellen den Kontakt zu den osteuropäischen Dienstleistungsunternehmen her. Der Kunde schließt dann einen Dienstleistungsvertrag mit dem osteuropäischen Unternehmen ab. Somit hat die Vermittlungsagentur in Deutschland selbst nichts mit der Pflege zu tun. Sie fungiert als Verbindungsglied und dient meist noch als Ansprechpartner während der Betreuungszeit.

Die Rechtsaufklärung sollte bei den Agenturen ein sehr wichtiger Punkt sein. Viele Interessenten vertrauen auf die Aussagen der Unternehmen. Wenn hier verantwortungsvoll vorgegangen wird, ist die Betreuung in den eigenen vier Wänden möglich. Meist sind, laut einer Studie des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung, die Familien mit den Pflegerinnen aus Osteuropa zufrieden.

Viele Familien nutzen die Unterstützung einer 24 Stunden Betreuung im eigenen zu Hause. Für medizinische Behandlungen darf jedoch bislang kein osteuropäisches Personal entsandt werden, auch wenn diese ein vergleichbares Ausbildungsniveau nachweisen können. Das ist aber kein großes Problem, weil die medizinische Behandlungspflege über einen ambulanten Pflegedienst abgebildet werden kann, dessen Kosten von der Pflegeversicherung gedeckt werden.

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8 Responses to “Altenpflege zu Hause”

  1. Susanne 19 April 2010 at 09:51 #

    Das sind super Tipps! Herzlichen Dnak. Hat mir enorm weitergeholfen.

  2. Hans-Jürgen 19 April 2010 at 10:11 #

    Also ich bin langsam etwas verunsichert!

    brauche ab Mitte Mai für unsere Eltern eine Unterstützung und am liebsten rund um die Uhr!

    Ich lese mittlerweile viel und und diese seiten von dem Artikel und jetzt auch durch die Seite von ProLife zeigt doch einige unterschiede zu dem was ich bisher für beratung bekommen hab (selbständige Osteuropäer ist gar kein Problem) .. ++ ich lass mich jetzt erstmal von vielen Seiten beraten! Damit ich weiß, woran ich bin!

    danke

    gruß Hans-Jürgen

  3. admin 19 April 2010 at 10:17 #

    Hallo Hans-Jürgen,

    ich kann dir da nachemfinden. Ich habe vor ca 7 Monaten mit der Suche nach Alternativen zum Altersheim für meine Mama begonnen. Zwei Monate gebraucht , um mir ein rechtlichen Überblick zu machen. Ich war kurz vor einem Abschluss , oder besser gesagt, ich hatte schon unterschrieben, meine Mutter ist nur nach 3 Tagen später plötzlich verstorben. Die Firma, die ich nicht nennen mag, hat sich ganz ok verhalten, musst nur 1 Monat Gebühr bezahlen. Wenn ich allerdings die Bedingung von dieser Seite lese, sind nicht nur die Kündigung sondern auch die rechtl. dinge anders. Daher , immer informieren. Usnere damalig Betreuerin war glaube selbständig, trotz vermittlung aus deutschland. und laut der infos , sind alle selbständigen – dann im Haushalt scheinselbständig – ! das hat mich etwas schockiert!

    gruß Maria.

  4. Maria 19 April 2010 at 10:18 #

    Hallo Hans-Jürgen,

    ich kann dir da nachemfinden. Ich habe vor ca 7 Monaten mit der Suche nach Alternativen zum Altersheim für meine Mama begonnen. Zwei Monate gebraucht , um mir ein rechtlichen Überblick zu machen. Ich war kurz vor einem Abschluss , oder besser gesagt, ich hatte schon unterschrieben, meine Mutter ist nur nach 3 Tagen später plötzlich verstorben. Die Firma, die ich nicht nennen mag, hat sich ganz ok verhalten, musst nur 1 Monat Gebühr bezahlen. Wenn ich allerdings die Bedingung von dieser Seite lese, sind nicht nur die Kündigung sondern auch die rechtl. dinge anders. Daher , immer informieren. Usnere damalig Betreuerin war glaube selbständig, trotz vermittlung aus deutschland. und laut der infos , sind alle selbständigen – dann im Haushalt scheinselbständig – ! das hat mich etwas schockiert!

    gruß Maria.

  5. Hannelore 12 Januar 2011 at 16:30 #

    vielen dank für die ausführlichen infos.. die Möglichkeit einer Betreuung daheim ist bei vielen meiner bekannten auf abschreckung gekommen..

  6. Else 12 Januar 2011 at 18:27 #

    Ich bin auch hin und her gerissen gewesen und war am verzweifeln. Ich konnte mir das nicht vorstellen, dass in Deutschland die Versorgung älterer Menschen so ein großes Problem werden kann. Schließlich haben wir doch so ein tolles Sozialsystem und für alles mögliche wird Geld rausgeschmissen. Dass dann für unsere Senioren nicht mehr genug da ist, um ein würdiges Altern zu ermöglich…?
    Für meine Oma hab ich jedenfalls so ne 24h-Hilfe geholt und es funktioniert wirklich toll. war anfangs wirklich sehr skeptisch und hab mich da auch ehrlich gesagt eher wegen des Geldes drauf eingelassen. heute wüsste ich aber auch keine echte alternative mehr dazu. ins altersheim kannst du doch heut niemanden mehr reinstecken, den du liebst…

    LG Else

  7. Ronald 13 Januar 2011 at 16:06 #

    Eine genaue Aufklärung zu diesem brisanten Thema finde ich sehr wichtig. In unserer Nachbarschaft hat sich eine Familie vor einiger Zeit eine Polin zu der pflegebedürftigen Mutter geholt.
    Diese Kraft war auf mündlicher Vereinbarung zwischen den Parteien in der Familie und hat die Betreuung umgesetzt. Es ging anfangs auch gut, bis die Dame zunehmen komischer wurde. zum Schluss hat sie getrunken, gelogen, geklaut und ist dann einfach abgehauen.
    Aus der Sicht die ich auch durch eine gewisse Aufklärung habe, war es eine sehr riskante Geschichte. Die dame war nicht versichtert und man konnte auch in der Situation auf niemanden zugehen. Wenn die damen angegstellt sind und man bei einer Agentur landet, wo man Ansprechpartner hat, ist das eine viel sichere Sache für die Familien.
    Ich kann jeden davon abraten auf eigene Faust eine Polin nach Deutschland zum arbeiten zu holen.

  8. Catlin 10 November 2011 at 05:06 #

    Eine genaue Aufklärung zu diesem brisanten Thema finde ich sehr wichtig. In unserer Nachbarschaft hat sich eine Familie vor einiger Zeit eine Polin zu der pflegebedürftigen Mutter geholt.
    Diese Kraft war auf mündlicher Vereinbarung zwischen den Parteien in der Familie und hat die Betreuung umgesetzt. Es ging anfangs auch gut, bis die Dame zunehmen komischer wurde. zum Schluss hat sie getrunken, gelogen, geklaut und ist dann einfach abgehauen.
    Aus der Sicht die ich auch durch eine gewisse Aufklärung habe, war es eine sehr riskante Geschichte. Die dame war nicht versichtert und man konnte auch in der Situation auf niemanden zugehen. Wenn die damen angegstellt sind und man bei einer Agentur landet, wo man Ansprechpartner hat, ist das eine viel sichere Sache für die Familien.
    Ich kann jeden davon abraten auf eigene Faust eine Polin nach Deutschland zum arbeiten zu holen.

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